John O’Callaghan ist heute einer der beliebtesten DJs und Produzenten der internationalen Tranceszene. Er veröffentlicht seine Tracks auf Armin van Buurens weltbekanntem Label Armada Records und produzierte bereits Hymnen wie „Big Sky“, „Find Yourself“ oder „Never Fade Away“. Obwohl er vor allem für diese fantastischen Vocaltracks bekannt ist, mag er auch die härteren Basslines und pumpenden Beats. Beim wichtigen DJ Mag Top 100 Voting erreichte der talentierte Ire Position 24. Er klopft also laut hörbar an die Tür der absoluten Tranceelite. Überall auf der Welt rockt er die Crowds mit seinen energetischen DJ-Sets. Nun ist er zurück in Frankfurt und wird anlässlich der 25 Jahre Technoclub ein ganz besonderes Geburtstagsset performen. Wir haben ihm vor diesem Gig ein paar Fragen gestellt.

Interview: Miles Schmidt-Scheuber / René Schwarz.

[english version]

John O'Callaghan

Technoclub: John, nachdem du bereits 2006 im Technoclub aufgelegt hast, kommst du nun zurück. Was sind deine schönsten Erinnerungen an deinen letzten Gig im legendären Technoclub in Frankfurt?
John: Das war mein erster Gig in Deutschland und es war eine großartige Nacht. Die Crowd war sehr enthusiastisch und es war eine tolle Atmosphäre. Ich freue mich sehr auf die kommende Party!

Technoclub: Kannst du dich daran erinnern, wann du das erste Mal den Namen Talla 2XLC gehört hast und was deine Eindrücke von ihm als Künstler und als DJs waren?
John: Ich kann mich noch daran erinnern, zu der Zeit, als ich begann mich für Trance zu begeistern, las ich seinen Namen häufig. Ich muss zugeben, ich wusste nicht wirklich, wo er herkam oder näheres, aber der interessante Name fiel mir sofort auf. Es ist schon so lange her, dass ich mich an den Tracknamen von damals nicht mehr erinnern kann, aber es ist ganz klar, dass er der Tranceszene eine ganze Menge gegeben hat. Gute Arbeit, Talla!

Technoclub: Was für ein DJ-Set können wir denn von dir im Technoclub erwarten? Wirst du nur Albumtracks und heiße neue Tracks spielen, oder können wir uns auch auf einige ältere John O’Callaghan-Classics wie „Split Decision“ oder einige deiner älteren Remixe freuen?
John: Nein, nein, es wird eine Menge neuer Tracks geben, denn es gibt derzeit so viel genialen Trance. Daher werde ich für mein Set die besten neuen Sachen heraussuchen und vielleicht spiele ich auch ein paar meiner bekanntesten Tracks, wenn die Leute es hören wollen.

Technoclub: Vor vier Jahren hat Paul van Dyk dich als einen der hoffnungsvollsten Newcomer für die Zukunft bezeichnet, und er hatte Recht. Bist du sehr überrascht über deine rasante Entwicklung als Producer in den letzten Jahren?
John: Es waren ein paar Jahre, die ich sehr genossen habe. Ich habe immer schon Musik gemacht, weil es mir Spaß und Freude bereitet hat. Bis vor kurzem konnte man da nie von einer „Karriere“ sprechen. Daher bin ich nur erfreut darüber, dass daraus ein Job geworden ist und etwas, von dem ich leben kann. Es ging wirklich alles sehr schnell.

Technoclub: Dieses Jahr hast du das Album “Never Fade Away” veröffentlicht. 11 Tracks daraus waren bei Beatport in den Top 50 zu finden. Als du das Album im Studio fertig gestellt hast, hattest du da auch nur annähernd eine Ahnung, was für eine große Sache daraus werden würde?
John: Ich denke darüber eigentlich eher weniger nach, wenn ich Musik mache. Ich hoffe nur, dass den Leuten die Tunes gefallen und dass sie gut ankommen. Ich weiß, was mir selbst gefällt und mache Musik aus meinen eigenen Visionen heraus. Wenn ich Musik machen würde, bei der ich sichergehen wollte, dass der Rest der Welt sie liebt, würde ich wohl keinen Trance produzieren. Elektronische Musik ist eine Leidenschaft, und jeder, der in diesem Bereich arbeitet, der weiß, dass wir es aus dieser Leidenschaft heraus tun.

Technoclub: “Never Fade Away” ist wirklich ein sehr schöner Track mit einer atemberaubenden Atmosphäre. Wie schwierig war es, diesen Track zu produzieren? Welche Inspirationen hattest du, um diese Atmosphäre zu schaffen?
John: Am Anfang war es nur ein Chillout Track, der aus Streichinstrumenten und Klavier bestand. Etwas, das ich auf Kopfhörern an einem regnerischen Nachmittag produzierte. Meine Verlobte hat die Lyrics für ihre Schwester geschrieben, die einen schlimmen Autounfall hatte. Der Song bedeutet uns beiden daher sehr viel.

Technoclub: Wieviel Spaß hat es gemacht, mit Giuseppe Ottaviani zusammenzuarbeiten? Wenn ihr beiden im Studio sitzt, wie muss man sich die Aufteilung der Zuständigkeiten bei einem Track vorstellen?
John: Das variiert jedes Mal. Bei beiden unserer bisherigen Kollaborationen haben wir hauptsächlich über Server und Filetransfers gearbeitet. Wir benutzen beide Cubase, daher war das recht einfach. Für „Our Dimension“ habe ich die Melodie und die Strings beigetragen, Giuseppe war unter anderem für die Bassline zuständig. Bei „Liquid Fire“ war es genau umgekehrt. Es ist toll, mit so einem talentierten Kerl zusammenzuarbeiten.

Technoclub: Du hast kürzlich eine Mix-CD namens “Subculture” veröffentlicht. Die Tracklist liest sich sehr gut. Was macht diese Compilation so besonders im Vergleich zu anderen Mix-CDs, und wie schwierig war es, die richtigen Tracks zu finden?
John: Es war eher ein großes Vergnügen, da ich sooo viele Tracks zur Auswahl hatte. Ich hätte daraus auch vier CDs machen können. Für mich repräsentiert die CD das Beste, was Trance derzeit zu bieten hat, und natürlich sind auch einige meiner eigenen neuen Tunes exklusiv enthalten. Ich habe mich dabei sehr an meinen DJ-Sets und der Energie, die Trancemusik meiner Meinung nach haben muss, orientiert. Hört doch mal rein!

Technoclub: Letztes Jahr bist du in die DJ Mag Top 100 auf Platz 60 eingestiegen. 2009 konntest du auf Platz 24 klettern und bist nun bereits in Schlagdistanz zu den Top 10. Ich denke du könntest der nächste Solo-Trancekünstler sein, der nach Ferry Corsten, Paul van Dyk, Tiesto und Armin den Sprung dorthin schafft. Was fehlt dir noch, um diesen nächsten Sprung zu schaffen? Vielleicht ein Top 10-Hit in den UK-Charts, oder etwas anderes?
John: Ich denke es braucht einfach Zeit. Wenn ich einfach so weitermache, wer weiß? Ich bin glücklich mit dem, was ich erreicht habe und bin jeder Person dankbar, die für mich gevotet hat. Wer weiß, was in den nächsten fünf Jahren noch passieren wird. Alles ist im ständigen Wandel, aber ich werde kämpfen, um mich weiter zu verbessern.

Technoclub: Du hast gerade einen Remix für Matt Hardwicks Track “Impossible” fertiggestellt. Wie war das bisherige Feedback?
John: Sehr gut! Ich bin sehr zufrieden mit diesem Remix, denn ich liebe die Vocals. Diese in ein energetisches, leichtes Trancegewand zu packen, war perfekt für mich, denn ich liebe es einfach, diese Vocals in meinem Set zu spielen. Der Track wird in Kürze erscheinen.

Technoclub: Was war dein größter und unvergesslichster Gig dieses Jahr?
John: Ganz klar die Trance Energy!

Technoclub: Verrätst du uns zum Abschluss noch deine derzeitigen Top 5?
John: Tom Colontonio – The One, Jordan Suckley – The Storm, Giuseppe Ottaviani – Thermopile, Simon Patterson – Miss You, Joint Operations Centre – Cramped

Technoclub: Danke für das Interview, John. Wir freuen uns, dich im Dezember in Frankfurt zu sehen!

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